RWTH Fachgruppe Geowissenschaften und Geographie
Logo Lehr- und Forschungsgebiet Neotektonik und Georisiken Fachgruppe Geologie RWTH Aachen
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Neotektonik und Georisiken














Die Evaluation von Naturkatastrophen, die im Zusammenhang mit Erdbeben stehen, umfasst ein weites Feld von Geowissenschaften über Ingenieurwissenschaften und Archäologie bis hin zu Sozialwissenschaften. Eine Erdbebenvorhersage ist bislang nicht möglich. Tektonische Aktivität führt zu schwerwiegenden Konsequenzen auf das Leben und die Lebensqualität, betrachtet man vor allem vernichtende Erdbeben in dicht besiedelten und industriellen Gebieten. Deshalb müssen eine Einschätzung des Erdbebenrisikos und eine Minimierung der erdbeben-abhängigen Gefährdung im Wesentlichen über geologische und geophysikalische Untersuchungen erfolgen.

Aktive Tektonik und Störungen sind in großem Maße von geologischen und geophysikalischen Parametern und Phänomenen abhängig, die sich sehr komplex gegenseitig beeinflussen und die evaluiert werden müssen. In unserer Arbeitsgruppe werden paläoseismologische, neotektonische, geomorphologische und hochauflösende geophysikalische Daten kombiniert ausgewertet, um nicht nur die Deformationsgeschichte einer Region zu rekonstruieren sondern auch in Modellierungen variable Rahmenbedingungen zu testen.Ebenso studieren wir sekundäre Erdbebeneffekte, wie Liquefaktion, Massenbewegungen und Tsunamisedimente.

Als Arbeitsregionen dienen Teile des Norddeutschen Beckens, der Niederrheinischen Bucht und die Afro-Europäischen Konvergenzzone, um verschiedene geodynamische Positionen von Intraplattenbereichen bis hin zu Plattengrenzen abzudecken. Deshalb soll nicht nur eine möglichst vollständige Erfassung der tektonischen und geodynamischen Geschichte einer Region mit neotektonischen, paläoseismologischen und geophysikalischen Daten erfolgen sondern auch mit Finiten-Element- und Distinct-Element-Methoden und Analogmodellierungen verschiedene Szenarien getestet werden. Für Simulationsmodelle der spezifischen Testgebiete ist eine große Menge geologischer und geophysikalischer Informationen nötig, die für die Arbeitsregionen bereits in unterschiedlichen Auflösungen vorliegen. Der multidisziplinäre Ansatz und die Modellierungen bilden eine wichtige geowissenschaftliche Komponente potentielle seismische Gefahren zu erkennen und existierende Methoden zu verbessern. Letztlich sollen als Ziel der geplanten Untersuchungen die Erkenntnisse in hochauflösende Gefährdungskarten aktiver tektonischer Gebiete für eine Risikoabschätzung eingehen.


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